Stadteigenen Abschleppdienst einführen

Wie wichtig ist das für Trier?

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Es war zu lesen, im Schnitt dreimal täglich würden PKW in Trier abgeschleppt. In Anbetracht der Häufigkeit des gefährlichen falsch Parkens (z.B. auf Fahrrad- und Gehwegen) ist dies natürlich viel zu wenig.

Aktuell läuft das Abschleppen so ab, dass zwei Politeure/Politessen das falsche, gefährliche Parken fest stellen - und versuchen den Halter zu erreichen. Schlägt dies fehl, wird ein (von zweien?) Abschleppdienste zum Vollzug gerufen, welche dann mit einem Mitarbeiter vorfahren. In der ganzen Zeit bleiben die städtischen Mitarbeiter anwesend. All dies dauert locker 30 bis 60 Minuten. Folge: die Kosten für diese Maßnahme sind für die Stadt höher, als die Einnahmen.

Für den privaten Abschleppdienst augenscheinlich nicht - sonst würde er dies ja nicht machen. Schlimmer noch: die städtisch bezahlten Angestellten bringen einem privaten Anbieter tagtäglich sichere Einnahmen.

Daher mein Vorschlag: Einen eigenen städtischen Abschleppdienst aufbauen, wobei die Bedienungen der Abschleppwagen gleiche (Vollzugs-)Rechte haben, wie die Politessen/Politeure vor Ort. Letztere rufen im Grunde nur noch den (städtischen) Abschleppdienst, welcher, sobald vor Ort, die Arbeit weiter führt. Die Politessen/Politeure dagegen können weiter und ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen. Die Kosten für das Abschleppen landen in der Stadtkasse.

Kommentare

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Die Problematik ist richtig erkannt.
Ich denke die Lösung müsste anders sein.Trier hat das Abschleppen ausgeschrieben. Der günstigste Anbieter (nicht der Wirtschaftlichste) hat den Zuschlag bekommen. Und dessen Leistungsfähigkeit lässt zu wünschen übrig. Mal eben 10-20 Autos abschleppen( z.b. in Johannisstraße oder um die Arena regelmäßig nötig) packt der Anbieter nicht.
Hier würde evt.das Modell der Polizei oder der Stadt Wittlich helfen: Alle interessierten Anbieter lassen sich auf eine Liste eintragen und diese wird dann der Reihe nach abgearbeitet. Das ganze noch modern(So das die Leitstelle Ordnungsamt live sehen kann Wer welche Kapazitäten hat bzw.wo der nächste Abschlepper steht) wäre sinnvoller..
Darf die Stadt überhaupt der Wirtschaft da in Konkurenz treten?

Soweit ich weiß ist es in anderen Städten üblich, neben dem Knöllchen die Info am Auto zu hinterlassen, dass ein Abschleppen angeordnet wurde. Kommt der Falschparker vor dem Abschlepper, muss er diesen selber abbestellen. Die Kontrolleure sind so nicht gebunden und die Aufträge können nach und nach abgearbeitet werden.

@Treveris

Danke für den Beitrag und die Infos.

Das der "Anbieter" es nicht packt, sehe ich ebenso. Umso mehr spricht ja dafür, dass die Stadt da selbst aktiv wird.

Ob sie das darf? Da wäre ja erstmal die Frage zu beantworten: warum nicht? bei der Geschwindigkeitsüberwachung und bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs heißt es doch auch nicht: das darf die Stadt nicht. Das muss ein privater Anbieter machen. Wobei: ich würde sofort - rechnet sich :-)

Es ist genau anders herum:

gerade, weil es um die Sicherheit geht (eine hoheitliche Aufgabe), darf die Stadt das. Wer sonst? Niemand zwingt die Stadt dazu, private Anbieter ihr einfaches Geschäft verrichten zu lassen. Die Krönung dabei ist ja vor allem, dass es so zu einem Minusgeschäft für die Stadt wird. Und nicht die notwendigen Kapazitäten da sind, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer durch zu setzen.

Wenn ich mich frage, wie es überhaupt zu solch einem komischen Konstrukt kommt: entweder Vetternwirtschaft oder die Ideologie vom schlanken Staat. Wären ja drei, vier Mitarbeiter mehr in der Verwaltung ...

Wieviel kostet so ein LKW? Wieviel kostet so ein Mitarbeiter? Okay, und die Stellfläche in der Metternichstraße plus Mitarbeiter zum Auslösen des Fahrzeuges? ;-)

Okay, fünf Mitarbeiter im Jahr: 200.000€. Eher weniger. Aber eben auch fünf Arbeitlose weniger. Der LKW in der Anschaffung: 200.000€. Zehn Jahre in Nutzung, jedes Jahr Betriebskosten von 20.000€, also nochmals 200.000€. Ergibt in der Summe 2,4 Millionen Euro in zehn Jahren.

Fünf Abschleppvorgänge am Tag, an 300 Tagen, mal zehn Jahren bei 200€ (oh man, ist der Rechner fett bei win10) -> oh, 3 Millionen Euro.

Die Verwaltung wird uns wieder erzählen, dass rechne sich nicht, wie das behauptet wurde bei der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung. Als zähle das plus an Sicherheit nichts.

Wer legt eigentlich die 200€ fest? Sind das überhaupt genug? Ich kenne den Preis nicht...

Ich bin sicher, die Rechnung ist noch vorteilhafter für die Stadt (zum Beispiel der bereits erwähnte Punkt, dass die Politessen weiter gehen können nach Meldung). Und wenn man sieben, mit zwei LKWs einstellt, gibt es Synergieffekte und eben 10 Abschleppungen am Tag...

@ns

Interessant. Danke für die Info. Der Umstand, dass in Trier die Kontrolleure fast eine Stunde daneben stehen ist wirklich absurd. Auf der anderen Seite: wenn ein privater Abschleppdienst kommt, welche Befugnis soll der haben, abzuschleppen. Eben: keinen! Daher müssen die eben warten, bis der Mensch sein Werk vollbracht hat. Da nur ein Mensch kommt, dauert es besonders lange....

@treveris, nochmals :-)

Echt, ausgeschrieben?

Verstehe ich nicht. Warum?

Und: inwiefern muss man da den günstigsten Anbieter nehmen? Da zahlt doch die Stadt nicht für, sondern nur der Abgeschleppte...oder bekommt der "Anbieter" von der Stadt auch noch Knete? Wäre ja völlig absurd...

Fragen über Fragen...

Angeblich sei das Aussschreiben Pflicht (Mmmh, komisch, wieso können dann die Polizei und die Verwaltungsgerichte frei vergeben?)
Ein Fahrzeug ist zu wenig. Derzeit muss der Anbieter 3 vorhalten. Mit einem Fahrzeug ist es auch nicht getan, da man verschiedene braucht für verschiedene Fahrzeuge.

Die Stadt ist prinzipiell auch negativ gegen das Ausführen von Leistungen eingestellt. Beispielsweise: vor circa 10 Jahren wollte/sollte die Freiwillige Feuerwehr die Kontrolle der Hydranten für die Stadtwerke Trier übernehmen, wie dies fast überall gemacht wird. Die Stadtwerke Trier hätten dann den Fördervereinen entsprechend honoriert. Eine Win-Win-Situation. Dies wurde nach Erstellen eines entsprechenden Rechtsgutachtens durch das Rechtsamt unterbunden. Kernbegründung (Übertragbar): Die Stadt darf keine Leistungen anbieten, die auch von Fremdfirmen angeboten werden können.

Edit: Das System hat aus Verbandsgemeinden ein Verwaltungsgericht gemacht.

Die Effektivität der Kontrolleure ist zu erhöhen.
Bevor sie sich auf den Weg machen, muss schon klar sein, wie viel Kapazitäten zum Abschleppen bereit stehen.
Foto, Zettel ans Auto und der Kontrolleur kann sich der nächsten Aufgabe widmen.

Wenn das rechtlich abgesichert ist, wo ist das Problem?