An der neuen Synagoge

Das mittelalterliche Trierer Judenviertel am Hauptmarkt (geht) bis auf das Ende des 9. und den Beginn des 10. Jahrhunderts zurück. Die Trierer Judengemeinde des 13. Jahrhundert hatte ihr Domizil im Judenviertel am Hauptmarkt. Es erstreckte sich über 60 Häuser. Dort stand auch eine nach Geschlechtern getrennte Synagoge. Die Trierer Judengemeinde war dort bis zu ihrer Vertreibung im Jahr 1418 ansässig. (...). Die Wiederansiedlung zeigte sich im beginnenden 17. Jahrhundert, nicht im ehemaligen Judenviertel, sondern im Bereich der Weberbach und der Neustraße", somit unweit der "neuen" Synagoge von 1956. (...) "Die alte Synagoge an der Weberbach (wurde) zu klein, (...) darauf beschloss die Jüdische Gemeinde eine neue Synagoge zu erbauen. Das geeignete, der Jüdischen Gemeinde gehörende Grundstück fand man am Zuckerberg" und legte dort 1857 den Grundstein. (https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=2545). Dort, wo jedes Jahr am 9.11. an der Stele, die an die 1938 demolierten, geplünderten, geschändeten Synagoge erinnert, eine Gedenkveranstaltung seitens der Stadt Trier abgehalten wird. "1956 wurde die neue Synagoge in der Kaiserstraße - entworfen vom Architekten Alfons Leitl - eingeweiht. Als Grundstein diente ein Steinblock aus den Trümmern der 1938 zerstörten Synagoge am Zuckerberg. Die kleine Synagogengemeinde setzte sich damals aus etwa 60 Mitgliedern zusammen." (https://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/s-t/1956-trier-mosel-rheinland-pfalz). Es existiert bereits die Straßenbezeichnung "An der alten Synagoge" in Trier, in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Synagoge am Zuckerberg. Die Bezeichnung "An der neuen Synagoge" würde somit eine direkte Verbindung herstellen zu diesem Straßenzug: historisch, aber auch geographisch, da man von der Straße "An der neuen Synagoge" über die Stresemannstaße zum Straßenzug "An der alten Synagoge" gelangen würde. Zudem entspricht dieser Vorschlag der Begründung der Stadtverwaltung in der Vorlage 146/2020, in der "vor dem Hintergrund, dass ein Kriterienkatalog zur Untersuchung und Bewertung von Straßennamen erst erarbeitet werden soll und die sich daraus ergebenden Fälle hinsichtlich einer möglichen Umbenennung anschließend bewertet werden könnten", empfiehlt, "bei der Auswahl des neuen Namens auf die Verwendung eines Personennamens zu verzichten." Denn hierdurch würde "die Situation einer, aufgrund der Ergebnisse dieser Untersuchung möglichen erneuten Umbenennung ausgeschlossen."