Fritz-Bauer-Straße

Fritz Bauer widmete seine Arbeit der Strafverfolgung nationalsozialistischer Verbrechen und der Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Es ist Bauer zu verdanken, dass Massenmördern wie Adolf Eichmann trotz aller Widerstände der Prozess gemacht werden konnte. Bauer war ein unermüdlicher und integrer Vorkämpfer für Menschenrechte und Demokratie. Als Jurist plädierte er zudem für ein fortschrittliches Sexualstrafrecht, das die Stellung von Frauen in der Gesellschaft wesentlich verbesserte und forderte als einer der ersten eine Streichung des Paragrafen 175 StGB, der als Nazi-Relikt homosexuelle Handlungen bis 1994 in Deutschland kriminalisierte.

Bauer wäre ein hervorragendes und gewichtiges Korrektiv zu Hindenburg, das in der Vergangenheit bereits außerordentlich viel positive Resonanz erfahren hatte – so etwa der offene Brief der "Evolutionären Humanisten Trier", der von über 80 Personen (darunter mehrere ExpertInnen) mitgezeichnet wurde. Er steht in einem historischen Zusammenhang zu Hindenburg, da er sich für eine kritische Aufarbeitung der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte einsetzte. Auch die örtliche Nähe zu städtischen Verwaltungsgebäuden und der Trierer Synagoge sind diesbezüglich ein gutes Argument für Bauer. Außerdem wurde Bauer bereits in die Straßennamenvorschlagsliste aufgenommen und in einer Sitzung des Kulturausschusses mit dem Prioritätssiegel versehen. Nicht zuletzt besteht bei ihm keine Gefahr, dass in einigen Jahren erneut über eine Umbenennung der Straße diskutiert werden muss.

Während Fritz Bauers Verdienste lange Zeit verkannt wurden, genießt er heute ein hohes Ansehen über die Grenzen demokratischer Parteien hinweg. Dr. Katarina Barley, ehemalige Bundesjustizministerin und heutige Vizepräsidentin des Europaparlaments, bezeichnete Bauer etwa als "großen Aufklärer" und als eine der "Schlüsselfiguren der jungen Demokratie, als Deutschland noch alles andere als eine Republik von Demokraten war."