Jugendparlament: Infos zur Wahl und Interview

Yaniv Taran (15) und Diana Podoynitsyn (17) engagieren sich seit seit 2017 im Jupa. Sie hoffen auf viele Bewerberinnen und Bewerber für die nächste Legislaturperiode.

(gut) Im Trierer Jugendparlament (Jupa) können Kinder und Jugendliche ihre politischen Ziele artikulieren und vorantreiben. Ende November wird das 22-köpfige Gremium neu gewählt. Hierfür werden Bewerberinnen und Bewerber gesucht. Im Folgenden wird erläutert, welche Rechte das Jupa hat, wie es arbeitet und wie man sich zur Wahl stellt.
Was genau ist das Jupa?
Es ist eine Plattform, die Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich in ihrer Stadt zu engagieren und die Interessen der minderjährigen Einwohner und Einwohnerinnen Triers zu vertreten. Das Jupa kann über alle Themen beraten, die für Kinder und Jugendliche wichtig sind. Die Ergebnisse seiner Arbeit teilt das Jupa Politik und Öffentlichkeit mit.

Welche Rechte und Möglichkeiten hat das Jupa?
Es kann Veranstaltungen und Projekte anregen und durchführen. Es kann Anträge im Stadtrat stellen und ist im Schulträger- und Jugendhilfeausschuss vertreten. Das Jupa hat ein Jahresbudget von 5000 Euro. Grundsätzlich hat es das Recht, sich bei allen Themen, die für Kinder und Jugendliche wichtig sind, in die Diskussionen einzubringen und die Politik zu beraten. Passiert ist das etwa bei der Debatte zur kostenlosen Bereitstellung von Monatsbinden und Tampons an Schulen. Hierzu hat das Jupa eine Stellungnahme verfasst und in die politische Debatte eingebracht.

Wer ist das Jupa?
Im Kern wird das Gremium von 22 gewählten Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren gebildet. Es können sich aber alle Kinder und Jugendlichen aus Trier einbringen.

Wie arbeitet es?
Es gibt Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen, etwa Mobilität und Umwelt sowie Freizeit und Plätze. Sie treffen sich regelmäßig, mindestens einmal im Monat. Alle vier Wochen gibt es ein Gesamtgruppentreffen aller Mitglieder, wo unter anderem diskutiert wird, wofür das Budget ausgegeben werden soll. Die Ergebnisse werden in öffentlichen Sitzungen besprochen, diskutiert und eventuell per Antrag beschlossen oder abgelehnt. Öffentliche Sitzungen finden viermal im Jahr im Rathaussaal statt.

Wer darf wählen?
Alle Kinder und Jugendlichen, die Einwohner von Trier und zwischen zehn und 17 Jahre alt sind.

Was muss man tun, um Mitglied zu werden?
Man muss sich zur Wahl aufstellen lassen. Dafür braucht man mindestens fünf Unterstützungsunterschriften von Wahlberechtigten und die Bewerbungsunterlagen. Die gibt es beim Wahlamt im Rathaus, im Jupa-Büro (Zuckerbergstraße 30) und online: www.jugendwahl- trier.de. Wichtig: Die Frist zur Abgabe endet am 27. Oktober, 16 Uhr, im Rathaus. Wer Probleme beim Ausfüllen des Formulars oder Fragen hat, kann sich bei der Geschäftsstelle melden: geschaeftsstelle@trierer-jugendparlament.de, 0651/99375831.

Wann und wo wird gewählt?
In vielen weiterführenden Schulen und der Jupa-Geschäftsstelle (Zuckerbergstraße 30): am 23./24. November und 2./3. Dezember.

Interview mit zwei Jupa-Mitgliedern
Ende November wird das Jupa neu gewählt. Warum es wichtig ist und ob die Kommunalpolitiker an der Perspektive der Jugendlichen interessiert sind, erläutern die Mitglieder Diana Podoynitsyn und Yaniv Taran.

RaZ: Was gefällt euch an der Arbeit im Jupa?
Diana: Mir gefällt vor allem, dass man am Ende eines Projekts oder einer Veranstaltung sieht, was man bewirken kann. Toll finde ich auch, dass man immer neue Leute kennenlernt, auch von städtischen Institutionen. Es macht mir auch Spaß, mit Gleichaltrigen zu arbeiten. Oft entstehen auch Freundschaften und es herrscht eine lockere Arbeitsatmosphäre.

Du bist seit vier Jahren dabei, welche Veranstaltungen sind dir in besonderer Erinnerung geblieben?
Dazu gehören das Bücherfest, die Podiumsdiskussionen vor Wahlen und unser Stand am Christopher Street Day.

Yaniv, was gefällt dir an der Arbeit im Jupa?
Yaniv: Ich finde es gut, dass wir Jugendlichen eine Stimme geben. Interessant für mich sind vor allem die Erfahrungen, die wir dabei sammeln: Wir bekommen einen Einblick in die Arbeit der Stadtverwaltung und der Ausschüsse und sind selbst ein Teil davon. Wir sind zum Beispiel vertreten im Jugendhilfe- und Schulträgerausschuss, in der Arbeitsgruppe Klima, Umwelt, Energie und im Arbeitskreis Radverkehr.

Habt ihr das Gefühl, dass eure Perspektive in den Ausschüssen ernst genommen wird?
Diana: Ja, absolut. Meiner Erfahrung nach freuen sich viele Parteien und Vereine, wenn wir auf sie zukommen. Wir haben im vergangenen Jahr auch die Arbeit mit den jugendpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Fraktionen im Stadtrat intensiviert, vor allem zum Thema Bildung. Das war eine gute Erfahrung. Häufig kommen Stadtratsmitglieder auch zu unseren Sitzungen.

Was glaubt ihr: Warum ist das Jupa eine wichtige Einrichtung?
Yaniv: Es ist der zentrale Schnittpunkt zwischen der Stadt und den Jugendlichen. Wir nehmen Anregungen und Wünsche auf und versuchen, diese voranzubringen. Wir informieren aber auch zu wichtigen Themen. Vor kurzem wurden im Schulträgerausschuss zum Beispiel wichtige Fragen zur Digitalisierung in Schulen beantwortet. Wir haben diese Infos dann an viele Schülerinnen und Schüler weitergegeben.
Diana: Das Jupa ist ein niedrigschwelliges Angebot der politischen Partizipation. Man muss nicht wissen, wie Kommunalpolitik läuft oder wie man Veranstaltungen plant – man kann es beim Jupa lernen. Das Gremium trägt auch zu einer Politisierung von Kindern und Jugendlichen bei. Und die Stadt und die Fraktionen im Rat wünschen sich oft eine jugendliche Perspektive auf bestimmte Themen, die das Jupa geben kann.

In der Vergangenheit war es nicht immer ganz einfach, Kinder und Jugendliche dazu zu bewegen, sich zur Wahl zu stellen. Warum sollte man sich im Jupa engagieren?
Yaniv: Es ist total interessant, vor allem, wenn man Spaß daran hat, Veranstaltungen zu planen oder wenn man einen Einblick haben möchte, wie eine Stadtverwaltung arbeitet. Man kann auch total viele Kontakte knüpfen.
Diana: Politik wird oft als etwas Abstraktes wahrgenommen. Das ist sie aber nicht, sie berührt nahezu alle Bereiche unseres Lebens. Oft hat man das Gefühl, man kann nichts tun, aber man kann ansetzen und Themen auf die kommunale Ebene herunterbrechen und dort etwas bewegen. Ich finde, man sollte politische Themen, die einem wichtig sind, voranbringen statt darüber zu meckern. Und genau das kann man im Jupa tun.

Ist es viel Arbeit im Jupa zu sein?
Diana: Der Arbeitsaufwand ist total flexibel, je nachdem wie viel man leisten kann und möchte. Es gibt da keine krassen Verpflichtungen. Es kann ein zeitaufwändiges Hobby sein, man kann es aber auch nebenbei mit vielen anderen Hobbies machen.

Im Detail: Yaniv Taran (15), besucht die 10. Klasse des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums. Er ist seit 2017 beim Jupa aktiv, unter anderem in der Arbeitsgruppe Schule und Digitalisierung.
Diana Podoynitsyn (17), besucht die 12. Klasse des Humboldt-Gymnasiums. Sie ist seit 2017 im Jupa aktiv, unter anderem in den Arbeitsgruppen Freizeit und Plätze sowie Öffentlichkeitsarbeit.