Bürgerhaushalt für 2019/20 - Radverkehr mobilisiert die Bürgerinnen und Bürger

Viele Teilnehmer forderten im Bürgerhaushalt, das Radwegenetz auszubauen. Durch neue zügige und sichere Verbindungen könnten auch mehr Autofahrer zum Umstieg auf das Rad bewegt werden

Wofür die Stadt in den Jahren 2019 und 2020 Geld ausgibt, hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung im Dezember beschlossen (die Rathaus Zeitung berichtete). Im Rahmen der Haushaltsberatungen konnten alle Triererinnen und Trierer im Bürgerhaushalt wieder eigene Vorschläge einbringen.

187 Anregungen gaben sie dazu auf der Online-Plattform trier-mitgestalten.de ein, die die anderen Teilnehmer durch 615 Kommentare ergänzten. Im Anschluss konnten die Beteiligten alle Vorschläge bewerten. Die 30 Anregungen mit der höchsten Punktzahl wurden dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt. „Von den etwa 3500 auf der Plattform angemeldeten Personen nutzten circa 1000 die Möglichkeit, sich am Bürgerhaushalt zu beteiligen", teilte der Koordinator für Bürgerbeteiligung Toni Loosen-Bach mit. Zusätzlich reichten einige auch wieder Vorschläge und Bewertungen auf dem Postweg ein.

Das Thema Verkehr dominierte den diesjährigen Bürgerhaushalt mit gut der Hälfte aller Beiträge. In der Top-30-Liste standen gleich 19 Vorschläge zu Verbesserungen vor allem für Rad-, Bus- und Bahnfahrer, davon 14 für Radfahrer. Gefordert wurde oftmals, den Radverkehr sichtbarer und dadurch sicherer zu machen, etwa durch neue Markierungen oder Schutzstreifen. Auch ein verbesserter Verkehrsfluss durch optimierte Ampelschaltungen, mehr Radwege und bessere Kreuzungsmöglichkeiten der Alleenstraßen wurde mehrfach angemahnt. Die Verwaltung konnte hier in vielen Fällen auf bereits laufende Planungen hinweisen. Die neue Idee, Fahrradständer an Bushaltestellen anzubringen, wird nun geprüft. Zu der Forderung, das Ostviertel besser an den Hauptbahnhof anzubinden, ist bereits eine Machbarkeitsstudie in Arbeit, die demnächst vorliegen soll. Andere Vorschläge lagen nicht im Entscheidungsbereich der Stadt: Dass Trier wieder an den Bahnfernverkehr angeschlossen wird, fordert die Stadtspitze selbst seit Jahren vehement bei der Bahn ein. Auch eine Senkung der Busticketpreise kann die Stadt nicht alleine durchsetzen, da hier der Verkehrsverbund zuständig ist.

Vieles schon in Umsetzung

Der höchstbewertete Vorschlag fordert einen schnellen Bau der bereits geplanten Kindertagesstätte St. Adula in Pfalzel. Von den 450 Bewertungen hierzu wurden 313 schriftlich eingereicht. Die Verwaltung merkte hierzu an, dass der Stadtrat die Entscheidung zum Baubeginn voraussichtlich im Frühjahr fällen wird. Der mehrfach geäußerte Wunsch, das Moselufer besser zu gestalten, ist ebenfalls bereits im Blickpunkt der Verwaltung, genauso wie die vielfach geforderte Verschönerung des Bahnhofsvorplatzes. Der Rat befürwortete zudem den Vorschlag, in der Nähe der Simeonstraße eine öffentliche barrierefreie Toilette bereitzustellen.

Die Anstrengungen des Grünflächenamts für eine grünere und insektengerechte Stadt wurden ebenfalls von Nutzern aufgegriffen: Sie forderten – im Einklang mit schon bestehenden Planungen – weitere Bienenweiden anzulegen und Bäume zu pflanzen. Mit drei Vorschlägen war auch das Thema Wohnen in den Top-30-Vorschlägen prominent vertreten. Auch hier rannten die Bürgerinnen und Bürger bei der Verwaltung offene Türen ein: Im Burgunderviertel wird – wie im Bürgerhaushalt nochmals gefordert – in den nächsten Jahren neuer Wohnraum entstehen. Auch baut die Stadt bereits – wie jetzt nochmals gefordert – neue Sozialwohnungen. Nur für das Problem vieler leerstehender Obergeschosse über den Ladenlokalen der Fußgängerzone drängt sich keine rasche Lösung auf, da das Thema rechtlich komplex ist. Es soll bei der schon laufenden Erstellung eines Innenstadtkonzeptes mit berücksichtigt werden