Regulierung Nilgänse – Vorsorge ist besser als Therapie

wird berücksichtigt

Sehr geehrte Damen und Herren,

wird in Trier eigentlich der Bestand an Nilgänsen überwacht und reguliert? Diese nicht-einheimische, invasive Art, die sich aus Zoos heraus in Deutschland breitmacht, hat keine natürlichen Feinde und verdrängt vor allem durch ihr aggressives Verhalten die einheimischen Tiere/ Vögel. Am Tümpel im Palastgarten gegenüber den Kaiserthermen zum Beispiel gab es früher einmal die eine oder andere Ente oder Taube zu bewundern. Seit sich dort ein Nilgänsepaar breitgemacht hat, dass mindestens zweimal im Jahr mehrere Nachkommen zeugt, ist kein einheimischer Vogel mehr an diesem Tümpel zu sehen. Andernorts – z.B. in Darmstadt oder Frankfurt – sind die Tiere schon eine richtige Plage und Bürger sowie Verwaltung sind entsprechend sensibilisiert. Das heißt: Dort hat man die Gefahr erkannt und die Nilgänse werden abgeschossen. Ein schönes Vorbild auch für Trier, wie ich finde. Getreu dem Motto: Vorsorge ist besser als Therapie.
Außerdem sollte man vielleicht mal über Schilder in der Nähe von infrage kommenden Stadtgewässern die Bürger auf die Gefährlichkeit dieser Art hinweisen – bis jetzt fällt den Bürgern der Stadt nämlich nichts besseres ein (wohl aus Unkenntnis) als die „süßen Enten“ (es sind Gänse, keine Enten!) mit Brot zu versorgen und ein Handy-Foto nach dem anderen zu schießen...
Menschen, die aus Afrika kommen, bedürfen zweifellos unseres Mitgefühls; afrikanische Tiere hingegen nicht. Wobei die Vorstellung von einem Löwenrudel in den Olewiger-Weinbergen... ahhh, ich schweife ab ;-)

Hinweise der Verwaltung: 

Vielen Dank für Ihre Anregung. Die aus Afrika stammenden Nilgänse breiten sich auch in Rheinland-Pfalz immer mehr aus. Im Umgang mit den Nilgänsen gibt es keine landeseinheitliche Regelung, nur in wenigen Städten wird gegen die Tiere vorgegangen.

• In Bad Kreuznach und Mainz bereiten die Gänse bisher keine Probleme auf öffentlichen Flächen. deshalb wird dort nichts gegen sie unternommen.
• In Koblenz und Ludwigshafen dagegen dürfen die Tiere unter bestimmten Voraussetzungen bejagt werden. Wegen der Vielzahl von Nilgänse seien Badegewässer verkotet. Außerdem gebe es Fraßschäden in der Landwirtschaft.
• an die Stadt Trier, als untere Jagdbehörde, wurden bisher noch keine Probleme herangetragen.

Die Nilgans unterliegt laut Bundesjagdgesetz nicht dem Jagdrecht; aufgrund der starken Ausbreitung wurde jedoch in einigen Bundesländern eine Jagdzeit festgelegt. In Rheinland-Pfalz darf die Nilgans (juvenil) nach dem Schonzeitkalender ganzjährig bejagt werden. Die erwachsene Nilgans dagegen darf vom 1. 11. bis zum 15.01. bejagt werden.