Rad/Buspur Weberbach - Klarheit schaffen

wird berücksichtigt

Dass man als Radfahrer regelmäßig bedrängt und genötigt wird, macht mir schon fast nichts mehr aus. Die jahrzehntelange Erfahrung macht diesbezüglich gelassener. Der Vorfall den ich heute – 11.04.18 ca. 13:25 Uhr – in der Weberbach in Trier er- und überlebt habe war aber des Guten zu viel und bringt mich dazu diese Zeilen zu schreiben.
Ich befuhr die Straße von der Basilika kommend Richtung Stadtbad. Auf der Fahrbahn sind Fahrradsymbole angebracht. Folgt man diesen, führt einen der Weg kurz vor der Ampel der Kreuzung zur Kaiserstraße vor dem Beginn der Busspur nach links. Kurz vor dieser Stelle überholte mich der Fahrer der Linie 33 der Firma Erzig Reisen und zwang mich nach rechts. Er drückte mich mit seinem Bus voller Schulkinder regelrecht an die Seite und machte wie man im Rennsport sagt die Tür zu. Ein Manöver für das man sogar in der Formel 1 bestraft würde, aber da herrscht wenigstens Waffengleichstand. Wie eine Waffe wurde der Bus auch eingesetzt, damit dessen Fahrer sich seinen Weg bahnen konnte. Um dann vor mir an der roten Ampel zu stehen. Dort von mir mit reichlich Adrenalin im Blut laut und deutlich auf die Situation angesprochen, behauptete er auch noch dreist, ich hätte auf der Busspur nichts verloren. ER hat mich dahin gezwängt! Obwohl ich vorher Handzeichen gab und wenn ich mich nicht umgeblickt hätte, wie er behauptete, läge ich unter dem Bus. Ich habe aber in der Tat an der Stelle nicht damit gerechnet so aggressiv überholt zu werden, die Ampel war gelb und 10 Meter weiter hätte jeder eine eigene Spur gehabt.
Diese Situation ist zwar durch individuelle Fehler so entstanden, aber typisch für die Radwegesituation in Trier, insbesondere an dieser Stelle der Weberbach. Rechts gab es hier mal ein Stück Radweg, oder gibt es das noch? Wer dort fährt wird aber von den Autos erfasst, die aus Wechselstraße oder Graugasse kommen. Dies ist mir bereits mehrfach passiert, siehe erste Zeile, daher folge ich nun den Fahrradsymbolen auf der Fahrbahn. An dieser Stelle muss endlich Klarheit geschaffen werden, bevor es zu spät ist! Dazu gehört auch die Kreuzung Wechselstraße/Weberbach/Palastgarten. Durch den Zebrastreifen ist es hier noch komplizierter.
Sebastian Zang
Trier

Hinweise der Verwaltung: 

Vielen Dank für Ihren Hinweis. Die Beschwerde wurde zwischenzeitlich an den betreffenden Busfahrer weitergeleitet. Aus seiner Stellungnahme ist zu erkennen, dass er sich an den Vorfall erinnert, aber aus seiner Sicht nicht das ihm vorgeworfene Fehlverhalten bestätigen kann.
Aus verkehrsplanerischer Sicht ist die Rad- bzw. Busführung an dieser Stelle eindeutig. Die Straße Weberbach ist Teil der östlichen Innenstadtumfahrung mit einem hohen Radverkehrsaufkommen. Da die Platzverhältnisse unter den gegebenen Bedingungen weder die Anlage durchgehender Radwege oder die Markierung von Radfahrstreifens / Schutzstreifen zulassen, wurden auf der Fahrbahn im Rahmen eines Pilotprojekts in regelmäßigen Abständen Fahrradpiktogramme markiert. Die Fahrradpiktogramme sind auf der Fahrbahn für den allgemeinen Verkehr und nicht auf der Busspur markiert. Die Busspur ist nicht für den Radverkehr frei gegeben; das Radfahren ist auf der Fahrbahn möglich und erwünscht.
Mit dieser Markierungsmaßnahme soll den Belangen des Radverkehrs Rechnung getragen werden, indem die Ansprüche der Radfahrenden im Mischverkehr verdeutlicht und gleichzeitig illegales / gefährliches Gehwegradeln unterbunden wird. Auch soll so verhindert werden, dass Radfahrerinnen und Radfahrer aus falsch verstandener Rücksichtnahme gegenüber dem Kfz-Verkehr zu weit rechts und somit zu nah am Gefährdungsbereich sich öffnender Türen parkender Autos radeln. Gemäß polizeilicher Unfallstatistik waren dies in der Vergangenheit häufige Unfallursachen mit teils schweren Unfällen.
Der beschriebene Radweg ist inzwischen wieder voll hergestellt (er war im Zuge privater Baumaßnahmen in den letzten Monaten nur eingeschränkt nutzbar). Den Fahrradfahrenden steht es frei, die Fahrbahn oder diesen Radweg in Richtung Südallee zu nutzen. Wir nehmen den Hinweis gerne auf, an der besagten Einmündung durch ein zusätzliches Piktogramm mehr Aufmerksamkeit der Autofahrer auf den Radverkehr zu erreichen.