Luftschadstoffe in unmittelbarer Nähe der betroffenen Bürgerinenn und Bürger messen

wird berücksichtigt

Zu dem Artikel in der Rathaus-Zeitung über die Messung der Luftschadstoffe ist zu sagen, dass er eine kritische Auseinandersetzung mit der Problematik schlicht nicht zulässt. Die Messstation in der Ostallee ist strategisch an einem ungünstigen Ort platziert worden, der einen großen Abstand zur Fahrbahn aufweist. Deutlich wird dies auch im Vergleich zur Messung in der Lindenstraße. Hier wurden mit 41,7 Mikrogramm die Grenzwerte überschritten und es wurde in Ihrem Artikel noch nicht einmal erwähnt! - warum nicht? Ich möchte mich hiermit dafür einsetzen, dass die Stadt unter realistischen Bedingungen eigene Messungen durchführt. Denn um was geht es bei der ganzen Problematik: den Schutz der Bürger! Damit sind Menschen gemeint, die sich in unmittelbarer Nähe der Schadstoffe agieren. Also vor allem Radfahrer und Fußgänger! Deshalb sollten besonders die Straßen kontrolliert werden, in denen unmittelbare Nähe besteht. Hier habe ich besonders die Saar- und Paulinstraße im Sinn. Wenn die Stadt es ernst meinen würde mit dem Schutz der Gesundheit seiner Bürger, dann müssten an anderen Standorten kontrolliert werden. Wie Ihr Artikel jedoch zeigt, habe ich wenig Hoffnung, dass die Stadt es ernst meint und sie die Interessen der Autofahrer einfach als wichtiger einschätzt! Traurig!!

Hinweise der Verwaltung: 

Die Zuständigkeit füt die Überwachung der Luftqualität liegt gemäß der rheinland-pfälzischen Zuständigkeitsverordnung auf dem Gebiet des Immissionsschutzes (ImSchZuVO) beim Landesamt für Umwelt (LfU) und nicht bei der Stadt Trier.

Das Stadtplanungsamt geht davon aus, dass die ZIMEN-Messstation Trier-Ostallee einen Straßenabschnitt mit sehr hoher Belastung in Trier repräsentativ widerspiegelt. Gemäß Anlage 3 der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (39. BImSchV) ist der der Ort von Probenahmestellen so zu wählen, dass u. a. Daten über Bereiche innerhalb von Gebieten und Ballungsräumen gewonnen werden, in denen die höchsten Werte auftreten, denen die Bevölkerung wahrscheinlich direkt oder indirekt über einen Zeitraum ausgesetzt sein wird, der im Vergleich zum Mittelungszeitraum der betreffenden Immissionsgrenzwerte signifikant ist. Es wird davon ausgegangen, dass die Standortentscheidung des Landes Rheinland-Pfalz für die ZIMEN-Messstation an der Ostallee diesen Anforderungen genügt.

Bei der privat durchgeführten Messreihe an der Lindenstraße handelt es sich nach dem Dafürhalten des Stadtplanungsamtes nicht um eine den Anforderungen der 39. BImSchV genügende Messung.

Dessen ungeachtet werden von der Stadt Trier im Zusammenhang mit städtebaulichen Planungen Sonderuntersuchungen zur Luftschadstoffbelastung durchgeführt. Dies ist beispielweise im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplans BO 15-1 „Zwischen Charlottenstraße, Olewiger Straße und Bundesbahn“ erfolgt. Die Ergebnisse sind auf den Internetseiten der Stadt Trier dokumentiert.