Eindämmung der Werbung für Bordelle

wird geprüft

Die Werbung für Bordelle in Trier fällt mir immer unangenehmer auf und nimmt Überhand. Hat Trier nichts Anderes mehr zu bieten?
Ich finde das peinlich für eine Stadt wie Trier, abgesehen vom moralischen Aspekt, ganz zu Schweigen, woher das Geld für die Werbung kommt. Wahrscheinlich größenteils von Frauen, die ausgebeutet werden und das Gewerbe nicht unbedingt freiwillig ausüben.

Hinweise der Verwaltung: 

Vielen Dank für Ihre Anregung. Es wird geprüft, ob bei der Neuvergabe der Konzessionen für diese Außenwerbeflächen ein Verbot der Bordellwerbung möglich ist. Die Einflussmöglichkeiten der Stadt Trier auf die Bordellwerbung in der Stadt sind begrenzt. Die Stadt kann nur bei eigenen, städtischen Flächen aktiv werden.

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshof von 2006 kann die Werbung nicht generell verboten, sondern nur dann, wenn die Werbung geeignet ist, „den Schutz der Allgemeinheit, vor allem denjenigen von Kindern und Jugendlichen, vor den mit der Prostitution generell verbundenen Gefahren und Belästigungen zu beeinträchtigen“. Damit reagierte das Gericht auf ein "gewandeltes Verständnis in der Gesellschaft über die Prostitution", wie es in der Urteilsbegründung heißt. Das Verbot ist auf Fälle zu beschränken, in denen eine konkrete Beeinträchtigung von Rechtsgütern der Allgemeinheit, insbesondere des Jugendschutzes, eintritt.

Eine gesetzliche Grundlage dazu bietet möglicherweise das Ordnungswidrigkeiten-Gesetz. Danach handelt derjenige ordnungswidrig, der "durch das Verbreiten von Schriften, Ton- oder Bildträgern, Datenspeichern, Abbildungen oder Darstellungen Gelegenheit zu entgeltlichen sexuellen Handlungen anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekannt gibt".