Plage Nilgänse in Trier

abgelehnt

Mittlerweile hat die Anzahl der Nilgänse am Mattheiser Weiher und in dessen Umkreis überhand genommen. Sie verdrängen als invasive Tierart unsere heimischen Enten.
Dazu sitzen sie nun frühmorgens schon auf den Hausdächern in Feyen/Weissmark und veranstalten einen unglaublichen Lärm und lassen sich dabei nur schwer vertreiben.
Gibt es hier keine Möglichkeit die Tiere zu bejagen beziehungsweise. in Wohngebieten zu vergrämen?

Hinweise der Verwaltung: 

Vielen Dank für Ihre Anregung. Nilgänse unterliegen dem Jagdrecht und fallen damit nicht in den Zuständigkeitsbereich der unteren Naturschutzbehörde. Grundsätzlich darf innerhalb von Siedlungsbereichen nicht gejagt werden („befriedeter Bezirk“). Genaue Zahlen zur Bestandsentwicklung liegen uns keine vor. Hierzu kann möglicherweise der Landesjagdverband Auskunft geben.

Dass die Vogelart ökologische Schäden verursacht, ist nach Auskunft des NABU nicht erwiesen. Für jede potentiell invasive Art muss es eine Risikobewertung geben. Dabei muss geprüft werden, ob diese Arten das Potential für eine Ausbreitung über große Gebiete besitzen und gleichzeitig das Potential für die Verursachung erheblicher Schäden aufweisen. Auf dieser Basis treffen die Mitgliedsländer der EU eine politische Entscheidung, welche Arten auf die sogenannte Unionsliste potentiell invasiver Arten gesetzt werden, zu denen dann jeder Mitgliedstaat einen Maßnahmenplan entwickeln muss. Diese Liste wurde zuletzt 2017 von 37 auf 49 Arten erweitert. Dabei landete erstmalig auch die Nilgans als „potentiell invasive Art“ auf der Liste. Damit ist jedoch weder geklärt, ob die Nilgans wirklich invasiv ist, noch, welche Maßnahmen Deutschland zum Umgang mit der Nilgans zu treffen hat.

Eine mögliche Schädlichkeit und damit Invasivität der Nilgans wird meist darin vermutet, dass die Nilgans andere Wasservogelarten verdrängen könnte, wobei ihr häufig nachgesagt wird, dass sie in Nestnähe besonders aggressiv sei. Diese Befürchtung führte wohl auch dazu, dass die Nilgans auf der „Unionsliste“ gelandet ist, obwohl weder die dieser Entscheidung zugrundeliegende EU-Risikobewertung noch eine entsprechende Bewertung des Bundesamts für Naturschutz für Deutschland eindeutige Belege für die Verdrängung anderer Arten verzeichnen konnten. Neueste Studien, zum Beispiel aus Hessen, sprechen eher dafür, dass sich Nilgänse ohne nachweisbare negative Effekte auf andere Arten in neuen Gebieten ansiedeln. Daher ist es derzeit aus Artenschutzgründen auch nicht gerechtfertigt, den Bestand zu reduzieren. Ebenso ist es aus unserer Sicht kein Grund, Wildtiere zu bejagen, nur weil sie auf Dächern sitzen und „Lärm“ verursachen.