Buslinie 10 zum Markusberg verbessern

abgelehnt

Die Buslinie 10 als Verbindung zwischen Markusberg, der Mariensäule, Teilen von Trier-West und der Innenstadt fährt zur Zeit lediglich wenige Male pro (Werk)Tag. In Zeiten, in denen über Klimawandel und viel zu viele Autos in der Stadt gesprochen wird, sollte diese Buslinie "benutzerfeundlich" ausgebaut werden.
Nicht nur, dass die Bewohner dort oben von einer getakteten Buslinie profitieren würden, auch Markusberg/Mohrenkopf und Mariensäule als beliebte Ausflugsziele würden davon profitieren. Besonders an Wochenenden ist dort regelmäßig viel zu viel Autoverkehr, der zu Parkchaos und Abgasen führt. Die Straße ist für diese Menge an Autos nicht ausgelegt.
Sinnvoll wäre eine regelmäßige Anbindung an allen Tagen im Stundentakt zwischen 7 und 20 Uhr, die über die Römerbrücke hinausgeht und z. B. an der Basilika endet, wie es zur Zeit bei einer einzigen Fahrt der Fall ist. Dies würde zwar insgesamt 3 Personalstellen im Jahr und ein Fahrzeug kosten, dafür aber wäre es allen Bewohnern, auch denen ohne eigenes Auto oder gehbehinderten Menschen möglich, dort hochzukommen und den wunderbaren Kuchen im dortigen Café zu genießen :)
Noch eine Anmerkung: Da diese Buslinie kurz ist, nur ein Fahrzeig benötigt wird und die Strecke topographisch anspruchsvoll ist wäre das doch auch eine gute Idee, um einen kleineren Elektrobus auf der Strecke zu testen. Vielleicht gibt es da ja auch Fördermittel vom Bund.

Hinweise der Verwaltung: 

Vielen Dank für Ihre Anregung. Die Buslinie 10 zum Markusberg ist seit vielen Jahren mit einem jährlichen Kostendefizit von circa 75.000 Euro, die unwirtschaftlichste Buslinie im gesamten Stadtgebiet. Bezogen auf die geringe Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner des Ortsteils ist das Defizit pro Einwohnerin oder Einwohner auf dem Markusberg leider mit weitem Abstand am höchsten.
Das heutige Fahrplanangebot orientiert sich an den Schulanfangs- und Endzeiten und umfasst 5 Fahrtenpaare von und zum Mohrenkopf. Außer zu den Schulanfangs- und Endzeiten besteht im Erschließungsbereich der Linie 10 leider keinerlei ausreichende Nachfrage, die einen durchgehend vertakteten Busfahrplan wirtschaftlich abbildbar erscheinen lassen.
Die vorgeschlagene Angebotsverdichtung („zusätzlich 3 Fahrerinnen oder Fahrer und 1 Bus“) würde bei den SWT circa 250.000 € Mehrkosten im Jahr verursachen. Es ist nicht erkennbar, wie solche jährlich wiederkehrenden Kosten – neben dem heutigen Aufwand - gedeckt werden könnten. Dies ist auch nicht eingeplant.

Bis Mitte der 90er Jahre gab es zum Markusberg noch einen angebotsorientierten Fahrplan mit zahlreichen Fahrten. Dieser Fahrplan musste aus wirtschaftlichen Gründen mangels Nachfrage auf das notwendigste Maß – nämlich fast ausschließlich Schülerbeförderung - zurück genommen werden.
Die SWT Verkehrs GmbH haben in der Vergangenheit die Möglichkeiten zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit der Buslinie 10 bereits in vollem Umfang ausgeschöpft. Dazu wurde verschiedene Einsparpotenziale untersucht und ergriffen. Aktuell wird die Buslinie 10 im Auftrag der SWT Verkehrs GmbH durch ein Auftragsunternehmen mit einem Kleinbus bedient. Dieser Auftragsunternehmer hat auf Grund andauernder wirtschaftlicher Schwierigkeiten in den letzten Wochen ein Insolvenzverfahren abgeschlossen. Die SWT Verkehrs GmbH ist als Konzessionär seither gezwungen, unterstützende Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Fahrleistung zu ergreifen.
Zur Zeit untersuchen wir, wie eine Grunderschließung mit Verkehrsleistung für die Bewohnerinnen und Bewohner auf dem Markusberg sicher gestellt werden kann.
Die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung führen auch zu veränderten Konzepten und Angebotsformen im Bedarfsverkehr. Diskutiert werden Konzepte wie „Ride-Pooling“ oder „Ride Sharing“. Als moderner Mobilitätsanbieter und Vorreiter in unterschiedlichen Digitalisierungslösungen arbeiten die SWT mit Hochdruck an überzeugenden Konzepten für die Sicherstellung der Mobilität der Trierer Bürgerinnen und Bürger in der Zukunft. Davon werden auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Markusbergs profitieren.
Auf Grund der Probleme mit dem durchführenden Auftragsunternehmen der Linie 10 werden die SWT Verkehrs GmbH im Laufe des Jahres 2020 ohnehin eine Veränderung des Angebots auf der Linie 10 vornehmen müssen. Sobald hierfür ein zukunftsfähiges Konzept vorliegt, werden die SWT dies auch dem Stadtrat zur weiteren Befassung vorlegen.