Radwege in Trier

(teilweise) umgesetzt

Bezüglich o.g. Themas würde mich folgendes Interessieren:

1. Wann genau beginnt der Bau des Radweglückenschlusses in Ruwer?
2. In der Metternichstrasse wurden in der Vergangenheit zahlreiche Kanal- bzw. Sanierungsarbeiten durchgeführt. Durch die notwendigen Strassenbelagarbeiten sind oftmals die zuvor dagewesenen gestrichelten Fahrradschutzsttreifen nicht mehr vorhanden. Werden diese wieder aufgemalt?
3. Zum Schluss noch eine allgemeine Anregung zur Förderung des Radverkehrs: In Trier sind oftmals die Radwege durch parkende bzw. kurz haltende Autos versperrt. Im Ausland bzw. nun auch (endlich) in deutschen Städten wie etwa Berlin oder Frankfurt verhindert man ein solches Zuparken durch die Errichtung von Protected Bike lanes, in dem man Poller oder andere physische Barrieren errichtet, welche die Autofahrer daran hindern, auf dem Radweg zu halten. Wäre dies nicht auch in Trier eine Option zumindest dort, wo genügend Platz ist? (Etwa der neu geschaffene Radwegteilstück in der Hindenburgstr würde Platz für solche Barrieren bieten).
In der Stadt Frankfurt beispielsweise kommen zum Teil auch bewegliche Barrieren in Form von Stecksystemen zum Einsatz, womit man Bedenken der Feuerwehren, dass durch fest installierte Poller ggf. die Rettungswege vor den Häusern versperrt sind, aus dem Weg räumen könnte. Solche Maßnahmen kann man sich auf radfahren-ffm.de anschauen.

Es wäre schön, wenn die Stadt in dieser Richtung mal etwas innovativer werden würde und nicht immer nur weiße Striche oder Fahrradpiktogramme auf die Straße malt um dann sagen zu können, Trier fördere den Radverkehr.

Hinweise der Verwaltung: 

Vielen Dank für Ihre Anregung. Hierzu nehmen wir wie folgt Stellung:

1. Die Maßnahmen für den Artenschutz sollen im Frühjahr 2019 beginnen, so dass der Radweg voraussichtlich erst im Herbst 2019 umgesetzt werden kann. Es ist von einer Bauzeit von einem Jahr auszugehen.

2. Die durch die Kanal- und Sanierungsarbeiten entstandenen Lücken im Schutzstreifen werden wieder durch Straßenmarkierungen aufgefrischt. Entfallene Piktogramme werden ergänzt. Bei geeigneter Witterung kann dies noch in diesem Jahr erfolgen

3. Die Einrichtung von "Protected Bikelanes", also geschützten Radstreifen wird in Fachkreisen noch kontrovers diskutiert. Durch Poller, (unterbrochene) Bordsteine, Leitschwellen mit oder ohne "Fähnchen" (ähnlich wie sie zur Verhinderung des Abbiegens / Überfahrens auf Mittelstreifen von Landstraßen verwendet werden), wird zwar die Freihaltung von Radverkehrsflächen gewährleistet (in der Regel sind das Radfahrstreifen, die von der Fahrbahn physisch abgetrennt werden), dies hat jedoch auch eine Kehrseite.

So wird der Verkehrsraum insgesamt nicht unwesentlich eingeengt (es sind stets neben dem Platzbedarf für die Trenneinrichtung selbst noch Sicherheitsräume zu den angrenzenden Verkehrsräumen hinzu zu rechnen) und der Vorteil kehrt sich ins Gegenteil um, wenn sich zum Beispiel Radfahrerinnen oder Radfahrer nicht mehr gegenseitig überholen können oder man aus anderen Gründen die Linie zur Fahrbahn nicht mehr mit dem Rad überfahren kann (so zum Beispiel frühzeitiges Einordnen Links-Abbiegen oder Wenden).

Möglicherweise geht auch eine Gefahr von diesen Trennelementen für den Radverkehr aus, insbesondere, wenn sie sehr massiv ausgeführt sind (zum Beispiel bei einem Sturz). Außerdem werden Reinigung und Räumdienst insgesamt erschwert, Instandsetzung und Wartung der Absperrung sind nach Auskunft der Kommunen, die diese Maßnahmen durchführen, nicht zu verachtende Posten. Häufig müssen diese Trenneinrichtungen ausgebessert oder erneuert werden, insbesondere dann wenn sie "leicht" und somit stadtbildverträglich oder unfallsicher gegenüber dem Radverkehr ausgeführt werden. Auch ist zu bedenken, dass es für Fahrzeuge aus den unterschiedlichsten Gründen möglich sein muss, die Trenneinrichtungen zu queren, etwa weil sich dahinter Parkstände oder Zufahrten befinden. Dies betrifft im besonderen Maße auch Not- und Rettungsfahrzeuge.
Außerdem bilden diese Absperrungen grundsätzlich Barrieren für den (querenden) Fußverkehr und schränken möglicherweise deren Verkehrsraum ein und erzeugen somit Umwege. Gerade für letztere gilt es, Umwege unbedingt zu vermeiden, da diese Verkehrsgruppe darauf besonders sensibel reagiert. Keinesfalls soll der Radverkehr zu Lasten des Fußverkehrs gefördert werden.

Zuletzt lässt sich auch in Protected Bikelanes die Abkehr von einem gleichberechtigten und kommunizierenden Miteinander der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer, Kfz-Lenker) herauslesen, in dem jeder seinen eigenen separierten Verkehrsraum "zugewiesen" bekommt. Durch den "Tunnelblick" entstehen möglicherweise neue Gefahren, weil man sich zu sehr in Sicherheit wähnt, wenn beispielsweise Fußgängerinnen oder Fußgänger, die den geschützten Radstreifen queren wollen nicht oder zu spät wahrgenommen werden. Gewissermaßen stehen "Protected Bikelanes" dem Ansatz und der Philosophie des "Shared Space" die im Kern "Sicherheit durch gefühlte Unsicherheit" zum Ansatz haben, diametral gegenüber.
Wenn man all diese Aspekte in die Abwägung für oder gegen geschützte Radstreifen mit einbezieht, reduzieren sich die potenziellen Einsatzbereiche stark. An Knotenpunkten, Ein- oder Ausfahrten (wie in Ihrem Fall zur Verhinderung des illegalen Befahrens /Beparkens mit dem PKW an der Viehmarkt-Parkhausausfahrt) könnte man in der Tat über dieses Instrument nachdenken. An (Zufahrten) von Knoten spricht man dann aber nicht mehr von "protected Bike-Lanes" sondern einzelnen Pollern, Absperrbaken oder zu diesem Zwecke gesetzten Fahrradbügeln.